Medikamenteneinnahme in der Schwangerschaft

Wenn Sie vor und in der Schwangerschaft bis zur abgeschlossenen 12. Schwangerschaftswoche täglich 0,8mg Folsäure, danach 0,4mg Folsäure, zusätzlich täglich 150mg Jodid einnehmen, können Sie die Ausbildung einer geschlossenen Wirbelsäule unterstützen und einem Jodmangel vorbeugen. Bitte nehmen Sie Jodid 150 mg auch in der Stillzeit ein. Entsprechende Präparate, in denen beides enthalten ist, bekommen Sie ohne Rezept in jeder Apotheke. Bei Schilddrüsenerkrankungen sollten Sie Ihre Werte in der Frühschwangerschaft bei Ihrem/r Hausarzt/ärztin überprüfen lassen und besprechen, ob die Einnahme von Jodid 150 mg für Sie sinnvoll ist. Wir empfehlen Ihnen die Einnahme von Omega 3 Fettsäuren (mindestens 200mg DHA täglich). DHA unterstützt die Entwicklung des Gehirns und der Augen des Kindes. Speziell bei Vegetarierinnen/ Veganerinnen können noch weitere Substitute notwendig sein, zum Beispiel auch Vitamin B12. Nach Kontrolle Ihres Hämoglobinwertes werden wir Ihnen mitteilen, ob die Einnahme eines Eisenpräparates erforderlich ist.

Bei Neigung zu Wadenkrämpfen kann Magnesium 150 – 300 mg täglich hilfreich sein. Ab der 38. SSW sollten Sie darauf verzichten.
Sollten Sie andere Medikamente regelmäßig oder gelegentlich einnehmen müssen, sprechen Sie uns bitte an.

Ansonsten gilt: möglichst keine Medikamente in der Schwangerschaft einnehmen.

Die Grippeimpfung wird jedoch für Sie und Ihre/n Partner/in von der ständigen Impfkommission (STIKO) vor der Schwangerschaft oder nach der 14. SSW empfohlen, um sie vor einem längeren, fieberhaften Infekt zu schützen.

Des Weiteren wird die Pertussis-Impfung (Keuchhusten, nur in Kombination mit Diphterie und Tetanus) ab der 32. SSW von der STIKO empfohlen, um Ihrem Baby durch die Antikörperbildung der Mutter über die Plazenta einen Nestschutz zu geben. Ihr Kind wird erst nach dem ersten Lebensjahr nach der abgeschlossenen Impfreihe beim Kinderarzt einen eigenen Schutz herstellen können. Somit ist Ihr Kind bereits nach der Geburt geschützt und der empfindliche Bereich ohne eigenen Schutz wäre abgedeckt.

Momentan gibt es noch keine klare Impfempfehlung seitens der STIKO für die RSV-Impfung (Respiratory Synzytial Virus), nur die europäische Arzneimittelkommission hat den Impfstoff Abrysvo in der Schwangerschaft zugelassen und andere Länder impfen bereits auch schon ab der 34.SSW. Wir sehen auch die Vorteile einer RSV-Impfung und befürworten die Impfung. Auch hier gilt es über den Mutterkuchen ausreichend Antikörper an Ihr Kind abzugeben, damit es einen Nestschutz in den ersten Lebensmonaten hat. Das RSV ist der häufigste Grund für Klinikaufenthalte von Säuglingen und Kleinkindern mit schwerwiegenden Atemwegserkrankungen. Es gibt bisher leider keinen Impfstoff für Kinder.

Ob Sie diese Impfungen in Anspruch nehmen möchten ist eine individuelle Entscheidung. Die Impfungen können Sie in unserer Praxis durchführen lassen.

Informationen zu Medikamenten und Gefahrenstoffen in der Schwangerschaft finden Sie auch im Netz unter www.embryotox.de

Die Vorsorgeuntersuchungen

Die Schwangerenvorsorge wird von uns nach den gültigen Mutterschaftsrichtlinien durchgeführt.
Wenn wir mit Ultraschall im 2. Monat eine intakte Schwangerschaft mit Herzaktionen in Ihrer Gebärmutter festgestellt haben, erfolgt die erste Laborkontrolle und das Anlegen Ihres Mutterpasses.

Folgende Untersuchungen erfolgen beim Anlegen des Mutterpasses routinemäßig

  • Die Blutgruppe und Antikörper gegen Blutgruppeneigenschaften werden bestimmt
  • Der Rötelnschutz und der Impfpass werden überprüft
  • Lues (= Syphilis) wird ausgeschlossen.
  • Wenn Sie keine Einwände haben, wird ein HIV Test gemacht, um gegebenenfalls das ungeborene Kind so gut wie möglich vor einer Übertragung zu schützen, aber auch um das Infektionsrisiko von Hebammen und GeburtshelferInnen zu verringern.
  • Ein Chlamydientest wird durchgeführt.
  • Zudem erfolgt eine vollständige gynäkologische Untersuchung, eine Krebsfrüherkennungsuntersuchung sowie das Abtasten der Brust.

Im Mutterpass werden alle Untersuchungsergebnisse dokumentiert, so dass Sie selbst, wie auch Ärztinnen/Ärzte und Hebammen, die Sie im Verlaufe Ihrer Schwangerschaft konsultieren, über alle notwendigen Informationen verfügen. Sie sollten dieses Dokument immer bei sich haben und zu jeder Vorsorgeuntersuchung mitbringen.

Zu den Vorsorgemaßnahmen gehören

  • Gespräche mit einer Ärztin/einem Arzt oder der Hebamme
  • Kontrolle und Dokumentation von Gewicht, Blutdruck und Wachstum der Gebärmutter
  • Urinkontrolle auf Blut, Eiweiß, Zucker und Entzündungszeichen
  • kleines Blutbild mit Kontrolle des Hb (Hämoglobin) zum Ausschluss einer Blutarmut (Anämie) und eines Eisenmangels je nach Ausgangswert alle 4- 8 Wochen
  • NIPT-Test (nicht invasiver Pränatal-Test), ein Test auf chromosomale Störungen (typischerweise Trisomie 21, 13 und 18 (übernimmt die Krankenkasse bei bestimmten Indikationen) und ggf. Geschlechtsbestimmung (Selbstzahlerleistung). Eher umstritten, besser ist eine Ultraschalluntersuchung bei einem/einer Pränatalmediziner/in. Wir beraten Sie hierzu gerne.
  • Etwa ab der 14. SSW das Abhören der kindlichen Herztöne
  • Blutabnahme von rhesusnegativen Müttern zur Bestimmung des kindlichen Rhesusfaktors, sollte der kindliche Rhesusfaktor auch negativ sein, dann muss keine Anti-D-Prophylaxe in der 28. SSW erfolgen (siehe unten)
  • Die Ultraschalluntersuchungen in der 9.-12., ca. 20. und ca. 30. Schwangerschaftswoche
  • Zum Ausschluss eines Schwangerschaftsdiabetes wird ein Glucosebelastungstest (OGT) in der 24. SSW angeboten.
  • Sollte Ihre Blutgruppe Rhesus negativ sein, bekommen Sie ggf. bei Blutungen, bei einer Fruchtwasseruntersuchung(Amniocentese) und in der 28. SSW eine Spritze, die eine unerwünschte Antikörperbildung gegen Blutgruppenbestandteile Ihres Kindes unterdrückt.
  • Eine Kontrolle auf Hepatitis B erfolgt nach der 32. SSW.
  • Ein CTG (CardioTokoGramm = Kontrolle der kindlichen Herztöne mit Registrierung der Wehentätigkeit und Kindsbewegungen) wird meist ab der 34/35. SSW alle 2 Wochen geschrieben, bei medizinischer Notwendigkeit auch früher.

Einige Krankenkassen bieten Programme mit zusätzlichen Vorsorgeleistungen an, z.B. eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung in der Frühschwangerschaft oder Maßnahmen zur Prävention von Frühgeburten. Wir beraten Sie gern zu diesen Möglichkeiten, Sie können sich aber auch selbst bei Ihrer Krankenkasse informieren.
Zudem übernehmen inzwischen einige Krankenkassen die Kosten für einen Toxoplasmose- und Streptokokkentest im Erstattungsverfahren. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer Versicherung.

Die Vorsorgeuntersuchungen werden bis zur 30. Schwangerschaftswoche alle 4 Wochen durchgeführt, danach alle 2 Wochen. Bei Risikoschwangerschaften können Kontrollen in kürzeren Abständen und weitere Untersuchungen erforderlich sein. Wir beraten Sie in diesem Fall gezielt zu den für Sie wichtigen Fragestellungen.

Bei jeder Untersuchung steht ausreichend Zeit für ein Gespräch zur Verfügung. Sie sind die Expertin für Ihre Schwangerschaft! Ihre Beobachtungen sind uns außerordentlich wichtig. Pflegen Sie Ihr persönliches Gespür und den intensiven Kontakt zu Ihrem Kind!
Bei allen Terminen ist Ihr Partner/ Ihre Partnerin herzlich willkommen – wir freuen uns, wenn Sie die Schwangerschaft gemeinsam erleben und gestalten!

Freiberufliche Hebammen

Wir arbeiten gerne mit freiberuflichen Hebammen und Geburtshäusern zusammen.
Sie führen Vorsorgeuntersuchungen, Geburtsvorbereitungskurse und gegebenenfalls die Betreuung im Wochenbett durch. Sie können Ihnen bei Schwangerschaftsbeschwerden helfen und unterstützten Sie gern bei Stillproblemen.
Zu Beginn der Schwangerschaft bieten sie ein ausführliches Beratungsgespräch an, um offenen Fragen Raum zu geben. Außerdem können Sie in der 32. Schwangerschaftswoche das Angebot einer intensiven Vorbereitung auf das Wochenbett wahrnehmen (gerne auch mit Partner/Partnerin)
Durch die Mitbetreuung einer niedergelassenen Hebamme können Sie vom Wissen und den Erfahrungen beider Berufsgruppen profitieren.

Psychosoziale Unterstützung

Häufig ist eine Schwangerschaft eine Zeit der Umbrüche und Veränderungen, manchmal kommen alte Probleme wieder hoch. Scheuen Sie sich nicht, Ihre Belastungen mit uns, Ihren Frauenärztinnen, oder Ihrer Hebamme zu besprechen, damit wir gemeinsam nach Lösungen suchen können. Sollten Einzelgespräche nicht ausreichen, arbeiten wir eng mit Psychotherapeut/innen zusammen, die Erfahrung in der Psychotherapie schwangerer Frauen haben und Sie auf Ihrem Weg begleiten können.
Vor allem für traumatisierte Frauen ist es wichtig herauszuarbeiten, wie sie sich angesichts der tiefgreifenden körperlich/psychischen Veränderungen in der Schwangerschaft und unter der Geburt schützen können vor einer Überflutung von Erinnerungen an frühere Ohnmachtserfahrungen.
Für junge Mütter oder bei schwierigen sozialen Verhältnissen bietet das Gesundheitsamt der Stadt Köln ein ausgesprochen unterstützendes Programm an – FRÜHE HILFEN – bitte sprechen Sie uns an oder informieren Sie sich im Internet.

FRÜHE HILFEN
Tel: Köln 0221 / 221 – 29299
www.stadt-koeln.de

Unterstützende Sozialberatungen erhalten Sie auch bei den verschiedenen Beratungsstellen in Köln.

  • Profamilia
    Tel.: 0221/12 20 87
  • Evangelische Beratungsstelle
    Tel.: 0221/257 74 61
  • Gesundheitsamt Köln
    Tel.: 0221/2212 4779
  • Esperanza, Sozialdienst kath. Frauen
    Tel.: 0221/1269 5180

Die Geburt

Sollten Sie eine Geburtsbegleitung durch eine Beleghebamme wünschen, müssen Sie sich in Köln sehr früh darum kümmern – möglichst vor der 12. SSW – die Hebammen sind sehr schnell ausgebucht.
Das Hebammennetzwerk Köln, Tel. Nr. 0221 9469264 (Mo-Fr 9.30-12.30) informiert Sie gern über die Arbeit der niedergelassenen Hebammen.
Wo Sie Ihr Kind gebären möchten, ob zu Hause, im Geburtshaus oder in einer Klinik, können Sie im Laufe der Schwangerschaft mit uns und Ihrer Hebamme besprechen. Hierbei müssen Sie keine Eile haben. Köln verfügt über eine Vielzahl guter Möglichkeiten – schauen Sie sich in Ruhe an, was Sie interessiert.
Geburtskliniken-Liste
www.hebammennetzwerk-koeln.de

Das Wochenbett

Im Wochenbett betreut Sie eine Hebamme. Sie kommt zu Ihnen nach Hause und schaut nach Mutter, Kind und Vater. Nutzen Sie die Chance, stellen Sie alle Fragen und lassen sich alles zeigen, bis Sie sich ausreichend sicher fühlen in der Betreuung Ihres Kindes und bis das Stillen gut klappt. Je kürzer der Krankenhausaufenthalt, desto wichtiger ist die Betreuung durch eine kompetente Hebamme im häuslichen Umfeld.
6-8 Wochen nach der Geburt kommen Sie zur Nachuntersuchung in die Praxis. Bei frühzeitiger Terminvereinbarung können wir uns besser auf Ihre Wünsche einstellen. Bei Komplikationen bekommen Sie einen kurzfristigen Termin in der Akutsprechstunde.